Montag, 6. August 2012

Chiwa – lebendes Museum

Wir erreichen die Altstadt von Chiwa. Hier das Südtor.
Wir finden uns in der kleinen Stadt Chiwa schnell zu Recht und steuern das 4-5* Asia Hotel, gleich neben der alten Stadtmauer, an. Wir gönnen uns ein tolles Zimmer, welches trotz intensiver Verhandlungen eine kleine „Delle“ in unsere Reisekasse drückt ;-). Alle Hotelangestellten sind super nett, das Essen im Restaurant fein, Pemojo steht gut beschütz im Innenhof und vor allem die Altstadt liegt direkt vor der Tür. Die Stadt liegt am Rand der Wüste. So sind auch Tagestemperaturen um die 45°C kein Wunder.
Panorama Chiwa

Schon beim ersten Spaziergang durch die engen und verwinkelten Gassen fühlen wir uns richtig wohl. So hatten wir uns einen Ort an der Seidenstraße in etwa vorgestellt. Natürlich ist auch die Altstadt von Chiwa voll auf Touristen eingestellt, aber trotzdem hat sie ihren Charme behalten. Die meisten Häuser bestehen noch aus Lehm und sind bewohnt. Abends werden alte Bettgestelle vor die Tür gezerrt wo Jung und Alt die etwas milderen Temperaturen genießen. Chiwa ist ein bisschen 1001 Nacht und ein „lebendes“ Museum.
Das Westtor mit der alten Stadtmauer.

Tonfiguren zeigen das orientalische Leben auf der Seidenstrasse.
Auf dem Land ist es ein bischen noch so.



Die Menschen sind sehr freundlich, grüßen einen, wenn man sozusagen direkt durch ihren „Hof“ spaziert. Sind aber nicht aufdringlich. Viele Moscheen und Medressen hat man zu Museen umfunktioniert. Man kann an einem der Tore ein Ticket für die meisten Museen erwerben, jedoch kosten die Hauptattraktion erneut ein paar Dollar Eintritt.


Das Kunsthandwerk aus Chiwa war schon zu Seidenstraßenzeit sehr begehrt und wird immer noch gepflegt.  In vielen Innenhöfen kann man den Schreinern beim Bearbeiten von langen Baumstämmen zusehen. Sie schnitzen daraus die wunderschönen Pfosten für Hallen oder Eingangsbereiche von Medresen, Moscheen oder auch Hotels. Die Pfosten sind 2 – 4 m lang.
Geschnitzte Säulen. Manche sind hunderte von Jahren alt.

Die beeindruckende Säulenhalle der Juma Moschee.

Die Stadt lebt. Abends toben die Kinder auf den Plätzen.
Bedingt durch die Hitze ist zur Zeit absolute Nebensaison. Die Touristenzahl ist sehr überschaubar und die Menschen nehmen sich viel Zeit um mit einem einen Plausch abzuhalten. Wir genießen es vor einem kleinen Restaurant mit Blick auf den zu klein geratenen Minarett Kaltaminor zu sitzen und mit anderen Touris zu ratschen. Hier lernen wir auch den sympathischen Karl-Anton aus Lichtenstein kennen, der allein über Land nach Usbekistan gereist ist und weiter auf der Seidenstraße bis nach China reisen möchte. Karl-Anton ist ca. 2m groß hat aber genau so viel Quatsch auf Lager wie kleine Jungs, sehr zur Freude und Belustigung von Jonas. So freut sich Jonas immer wieder wenn wir KA irgendwo in der Stadt treffen.







Kaltaminor, eines der Wahrzeichen von Chiwa. Der "zu kurz geratene Minarett" wurde nie ganz fertig gebaut.
Trotzdem wunderschön.
In Chiwa erleben wir unseren ersten urigen Wochenmarkt, der am Wochenende direkt neben der Stadtmauer abgehalten wird. Alles Mögliche von Haushaltswaren bis Gemüse wird verkauft. Wie eben bei einem orientalischen Markt. Frauen in bunten Gewändern mit goldenen Zähnen verkaufen Nudeln und Eier, Männer mit grauen Bärten und kleinen schwarzen Usbeki-Mützen bieten Haushaltswaren an. Immer wieder wird Jonas am Kopf gestreichelt, ihm werden Bonbons zugesteckt oder er wird gerufen. Jonas meint: “das ist echt komisch, die kennen mich alle!“

Der bunte Wochenmarkt.



Der rasende Reporter Jonas. Er darf fotografieren, dafür wollen ihn alle mal drücken :-)
Wir genießen richtig die unbeschwerte Zeit Chiwa.

Bis da oooooben war ich.

Ok, Papa musste mich die steilen Treppen hoch tragen.

Ich weiss jetzt wie man Seide herstellt...

... und daraus Teppiche macht.

Kommentare:

  1. Wie man sehen kann ist man genesen.

    Wuenschen hierbei gleich einen guten Rutsch ins neue Lebensjahr. Happy Birthday to you!!

    Von den Leuten in der Stadt am Meer.

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  2. Ja, inzwischen haben wieder alle Drei großen Appetit. :-) Danke für die Glückwünsche aber 4 Tage bin ich noch "jung". (Petra)

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Danke für deine Nachricht.
Liebe Grüsse, die Özis