Sonntag, 13. Januar 2013

spirituelles Luang Prabang?

7.11. – 11.11.12 Höhe: 294 m Luang Prabang

Die Fahrt runter nach Luang Prabang ist sehr schön, aber auch anstrengend. Dadurch, dass es wirklich sehr schnell dunkel wird (ab 17 Uhr in ca. 30 Min ist es stockdunkel) müssen wir immer rechtzeitig einen Übernachtungsplatz suchen. Das gelingt uns nicht immer, da die Straße durch die Berge so schmal ist und es kaum Freiflächen gibt, so dass wir auch im Dunkeln fahren müssen. Gerade in den Bergdörfern haben wir Angst, dass uns ein Hund, Schwein oder gar Wasserbüffel vor das Auto läuft oder viel schlimmer ein Kind. Wir haben ja schon im letzten Bericht beschrieben, wie frei und unbeaufsichtigt die Kinder auf der Straße spielen.
 
Eine sehr gute Brücke.
 
Fussgängerbrücke auf laotisch.
 
Luang Prabang ist mit Sicherheit die bekannteste, touristischste, sehenswerteste und wahrscheinlich auch die schönste Stadt in Laos. Die rund 48.000 Einwohner zählende Stadt liegt eingebettet wie eine Halbinsel zwischen den schönen Ufern des Mekong und seines Nebenflusses Nam Khan.  328 Stufen führen auf den Berg Phousi In der Mitte der Halbinsel empor. In der Stadt gibt es überproportional viele Wat = Klosteranlagen, an der Zahl 32, denn die Stadt spielt eine sehr wichtige religiöse Rolle in Laos.  Bereits 1995 wurde die Stadt zur Liste der UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen.
Die Dame verkauft Blumengestecke für die Gläubigen vor einem Wat.
 
In einem stimmungsvollen Wat.
Das Straßenbild teilen sich Touristen und Mönche gleichermaßen. Wir sind eh schon erstaunt über die große Anzahl an Touristen. Aber Luang Prabang scheinen alle Laosbesucher auf ihrer Route zu haben.
Normales Strassenbild in Luang Prabang.
Wir fahren erst einmal mit unserem „kleinen“ Gefährt in die Altstadt. Wir möchten so nah wie möglich im Zentrum campieren, jedoch stellt sich das ziemlich schnell als unkluge Idee heraus. Wir hätten eigentlich ahnen können, dass eine kleine Halbinsel voll mit Häusern und Klöster nicht gerade viel Platz für ein Reisemobil unserer Größe bietet. Smile! Egal jetzt stehen wir mitten drin, parken vor einem Kloster, so dass ich zu Fuß ein paar Guesthäuser mit Garten abklappern kann. Jedoch sind die Gärten gerade mal so groß, dass ein Tisch und zwei Stühle drauf Platz haben. Parkplätze haben die Häuser fast gar nicht.
 
Wir finden hier nichts und fahren zu einem Koordinatenpunkt, den wir von Brigit und Rene (unsere Reisefreunde mit denen wir durch China gefahren sind) erhalten haben. Hey klasse, ein größeres Hotel direkt am Anfang der Altstadt und noch besser, direkt vor dem Nachtmarkt. Wir müssen etwas hartnäckig „fragen“, ob wir parken und im Auto schlafen dürfen. Bald sind wir uns jedoch auch über den Preis einig. Anscheinend hatten unsere Freunde sich ein Zimmer genommen. Aber alles wird perfekt, wir bekommen Strom für unsere Klima, kostenloses WiFi und der Wasserhahn ist auch gleich neben dem Auto. Was wollen wir mehr?!
Strasse vor dem Königspalast.
Schnell finden wir unseren Rhythmus: lange schlafen, dann in einem tollen Cafe lecker frühstücken, etwas Sightseeing in Klöstern und Museen oder einfach durch die Gassen  und entlang der Uferpromenade schlendern, ruhen, abends essen, natürlich noch shopping auf dem Nachtmarkt und auf dem Heimweg noch Schokocrepe und frischen Fruchtsaft auf die Hand. Klasse ist auch, dass wir, vor allem Petra, hier endlich wieder den Nutella – Vorrat auffüllen können.
 
Jonas hilft Petra auf dem Nightmarket beim Handeln.
Schokocrepe, einfach lecker!

Natürlich bleibt es nicht aus, dass wir hier sehr nette Reisende kennenlernen, mit denen wir abends lokale Spezialitäten testen und Reisegeschichten austauschen.
 
Auch der stärkste Globetrotter ist mal müde.
Mönchsprozession bei Morgengrauen
Eine besondere Sehenswürdigkeit ist die täglich am frühen Morgen stattfindende Mönchsprozession durch die Altstadt. Die Mönche verlassen bei Morgengrauen ihre Klöster um dann gemeinsam hintereinander aufgestellt durch die Straßen und Gassen zu laufen und Almosen / Spenden in Empfang zu nehmen. Die Mönche sind nur mit ihren safranroten Roben bekleidet, tragen ein Gefäß für die Almosen und laufen barfuß schweigend an den Gläubigen vorbei. Diese knien auf Bastmatten am Straßenrand, halten die Opfergaben bereit und legen diese dann in das Gefäß der Mönche. Die Spenden sind eigentlich Reis und Essen, aber oft werden ganze Körbe mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln gespendet. Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass man bitte nicht mit Blitz und aus respektvollem Abstand fotografieren soll. Des Weiteren soll man nicht irgendwelche nicht reinen Lebensmittel spenden. Die Mönche bedanken sich nicht, da es für den Spender eine Ehre ist etwas zu spenden und er damit auch sein Karma verbessern kann.
Die Gläubigen spenden den Mönchen meist Kleb-Reis.
Die Mönche bekommen so viel am Morgen gespendet, dass sie immer wieder armen Kindern, die zwischendurch mit Tüten warten, etwas abgeben.

Diese Zeremonie ist rein religiöses Ritual, was anscheinend jedoch nicht bis zu jedem Touristen vorgedrungen ist bzw. ganz einfach ignoriert wird. So nimmt es fast schon groteske Züge an, wie sich die Besucher benehmen. Mit Kleinbussen werden die Besucher heran gekarrt, Bastmatten an den besten Plätzen vor den Klostermauern bereitgelegt, Reispakete verteilt, damit dann die knienden Touristen, die dann auch noch alle gleich angezogen sind, auch etwas spenden können. Sobald ein Mönch sich der Gruppe nähert, gibt es ein Blitzlichtgewitter, Gelächter und Spaß sind schon von weitem zu hören. Andere Touristen drängen sich zwischen die knienden Laoten um ein möglichst gutes Foto zu erhaschen.

Ich bin bereits um 5 Uhr aufgestanden um die bekannte Prozession mal live zu erleben. Die Morgenstimmung mit der kühlen Luft und dem Nebel ist einfach riesig. Ganz ruhig und leise rollen Gläubige ihre Decken und Matten aus um geduldig auf die Mönche zu warten. Ich stell mich an einer Kreuzung gegenüber der Laoten auf, um so etwas zu sehen und gleichzeig aber möglichst wenig zu stören. Aber ich habe die Rechnung ohne die Touristen gemacht. Kurz vor Sonnenaufgang kommen individual Reisende und die oben genannten Busse, wo sich die wenigsten scheuen ganz nah bzw. mitten drin zu sein. Dann sehe ich eine lange safranrote Menschenkette am Straßenrand in meine Richtung kommen. Es sieht wirklich sehr beeindruckend aus. Das besondere Morgenlicht und der Klang eines Gongs im Kloster nebenan sorgen noch für eine ganz spezielle Atmosphäre, es ist trotz der Touristen in meiner Ecke eine andächtige tolle Stimmung.

Natürlich kann ich so fasziniert und aufgedreht nicht zurück zum Auto gehen. Ich genieße noch die Stimmung auf dem Morgenmarkt bevor ich mit frischen Croissants zurück zu meinen Schlafmützen gehe.
Der bunte Morgenmarkt. Von Gemüse bis...
 
Fleisch wird alles angeboten.
Manches bereits fertig gebrutzelt.
 


Bei den Wasserfällen
Auch die Umgebung von Luang Praband hat einiges zu bieten. Wir machen einen Asufug zu wunderschönen Wasserfällen. Selbstverständlich baden wir in den herrlichen Pools.
Wasserratte Jonas hat mächtig Spass. Trotz des kalten Wassers.

Am Eingang des Parks gibt es eine Bären Rettungsstation. Die Tiere wurden angeblich aus den Fängen von Wilddieben und Schaustellern gerettet. Die faulen Bären lassen sich durch uns nicht stören.
 
 
 
Ausflug auf dem Mekong
Natürlich wollen wir auch mal auf dem Mekong mit einem Boot fahren. Aber ungern mit einem großen Touri Kahn.
Boote sind in Nordlaos ein sehr wichtiges Beförderungsmittel.
Zufällig lernen wir am Ufer des Mekong einen jungen Mann kennen, der uns gerne den Mekong hinauf zu den Pak Ou Höhlen, auch 1000 Buddha Höhlen genannt, fährt. Natürlich kostet uns der Tagesausflug auch ein paar Kip, aber wir drei genießen einen tollen Ausflug.

Ohhhh das macht Spass.
Das Boot ist nicht all zu groß, der Kapitän nett und unser erster Halt ist eine Bootstankstelle auf dem Mekong. Wir können vom Boot aus das Treiben am Fluss gut beobachten. Kinder spielen im Wasser, Frauen waschen sich, Mönche waschen ihre Roben und hängen die safranroten Tücher wie Leuchtfeuer am Ufer auf.
Tankstelle auf dem Mekong.
Frau "Tankwart" ist gut gelaunt.
Kurz bevor wir die Höhlen erreichen, sehen wir die Karstberge immer näher kommen. Diese Berge reichen bis direkt zu den Flüssen und ragen oft als Steilküsten neben dem Mekong hervor.
Im Hintergrund die Karstberge.
Der Blick in die saftig grüne Landschaft mit den Bergen im Hintergrund und dem braunen Fluss davor ist gewaltig und atemberaubend.
Mitten auf dem Mekong. Es sieht so aus, als wenn die Herren das Bündel Bamboo Stangen transportieren.
Ob die auch am Ziel heile ankommen?!
Die Höhle an sich ist ganz schön. Sie ist gefüllt mit hunderten Buddhafiguren ins allen Größen. Nur für die obere, etwas abseitsliegende Höhle benötigt man eine Taschenlampe um die schönen Figuren und den Altar zu sehen.
Eingang zu den Höhlen. Uns erwarten viele Stufen...
 
... und tausende Buddhafiguren.
 
Jonas hat zur Sicherheit seinen Abenteuergürtel dabei.
 Auf dem Rückweg hält unser Kapitän an einem Hilltribe Dorf. Wir gehen mit ihm zum Dorf, haben aber ein komischen Gefühl. Wir fühlen uns wie Eindringlinge die zum Gaffen kommen. Denn es gibt keine Straßen durch die paar Holzhäuser, sondern man geht im Prinzip durch die Höfe der Menschen.
Wir gehen nur bis zu den ersten Häusern und scheuen uns quasi durch die Höfe zu laufen.
 
Die jungen Mädchen begleiten uns hinunter zum Mekong.
Hier holen sie dann Wasser für ihre Familien.
Das gefällt uns gar nicht und deshalb gehen wir auch ziemlich schnell wieder zurück. Davor werden wir natürlich von den Kindern umringt die uns Stickereien und Webarbeiten verkaufen wollen.
 
Petra kauft zu fairen Preisen jeder Familie Stickerein ab.
Ein absolutes Highlight ist der Sonnenuntergang auf dem Mekong, den wir auf der Rückfahrt bestaunen können.
Traumhafter Sonnenuntergang auf dem Mekong.
 
Uns gefällt es in Luang Prabang, trotz oder vielleicht wegen den touristischen Annehmlichkeiten sehr gut. Die Stimmung im Ort ist sehr relaxed und gelassen. Man kann wirklich jeden Tag genießen.

Kommentare:

  1. Liebe Petra,
    liebe Grüße von Kathrin und Carsten. Alles Gute nachträglich Jonas! Das war sicher ein toller Geburtstag. Immer wieder toll, von euch zu lesen. Super Fotos. Passt auf euch auf. Wir treffen uns nächste Woche zum KESS bei Viktoria. Liebe Grüße an dich und deine Familie.

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  2. Liebe Özis,
    endlich komm ich nun auch wieder mal dazu eurem Blog jene Aufmerksamkeit zu schenken die er mehr als verdient - eine unglaublich schöne Berichterstattung eurer wunderbaren Reise. Es scheint euch allen noch immer ganz ausgezeichnet zu gehen, aber vermutlich nähert sich langsam der Zeitpunkt der Rückreise? In jedem Fall ein Lebenserlebnis diese Fahrt - vor allem für den einzigartigen Jung-Globetrotter Jonas, dem ich (wohl etwas verspätet, aber der Wille zählt für's Werk) alles erdenklich Gute zu seinem 5. Geburtstag wünsche! Euch allen (incl dem "Pejomo"???) eine gute Weiterreise und möge alles in den Container passen! Kurt

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  3. "Pejomo" --> "Pemujo" natürlich ;)

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Danke für deine Nachricht.
Liebe Grüsse, die Özis