Donnerstag, 10. Januar 2013

Uriges Nordlaos

2.11. – 7.11.12 Höhe: 931 m – Luang Namtha, Muang Sing etc. NORDLAOS

Wir haben schon länger beschlossen, nicht mit dem gleichen schnellen Tempo wie in China weiter zu reisen, sondern ganz gepflegt zu entschleunigen.
Herzlich willkommen in Luang Namtha - Nordlaos.
Nordlaos ist perfekt dafür. Die Temperaturen sind angenehm, in der Nacht sogar kühl, die Menschen sehr freundlich und die Natur sagenhaft schön.
 
 
Luang Namtha - Nordlaos
Wir schlagen unser Lager in Luang Namtha, in Nordwest Laos auf. Wir haben ein Guesthouse mit einem schön bepflanzen Innenhof entdeckt. Wir quetschen uns förmlich durch die enge Gasse hindurch zum Guesthouse.
Da passt kein Blattpapier mehr dazwischen. Aber wir wollten in den Garten.
Die Dame des Hauses ist super herzlich und heißt uns gleich mit einem Tee willkommen. Wir sind mit dem Platz super glücklich, jedoch besteht die Dame darauf, dass noch am selben Abend ein Teil des Carports abgebaut wird, damit wir besser parken können. Das Haus ist toll, hat eine prima Terrasse im 2. Stock wo man bis zu den Bergen sieht und vor allem Jonas toll spielen kann.
 
Jonas findet schnell Freunde zum Spielen. Gleich wird ein Häuschen gebaut.
 
Die zwei Mädels waren auch öfter zum Spielen bei uns.
Das Essen ist lecker und wir haben wieder Internet und Anschluss zu deutschsprachigen Rucksackreisenden (die Abwechslung tut mal wieder ganz gut J ). Herz was willst du mehr?
Das ist ein schöner Stellplatz. Ein grünes Dach vom Carport wurde extra abgebaut.
Wir ruhen uns aus, beantworten Emails, spielen gemütlich mit Jonas und staunen über unseren Blog. Dieser war ja die letzten 37 Tage von Petras Bruder Thomas betreut worden. Ganz geduldig hat er immer wieder unsere Berichte und Fotos, die wir per Email an ihn geschickt hatten, perfekt in den Blog eingefügt. Lieber Tomi, noch einmal ganz lieben Dank, dass du dir dafür so viel Zeit genommen hast, obwohl du selbst gerade mächtig was um die Ohren hast. Wir sind mega erstaunt, wie viele Leser unser Blog hat. Das freut uns natürlich mächtig. Da wollen wir auch ein riesen großes Danke schön an euch alle sagen, dass ihr so treu die Berichte verfolgt und ganz geduldig auf die Updates wartet.

Schwitzen mit dem Rad
Natürlich sind wir nicht nur faul. Jonas und ich (Mustafa) leihen uns ein Fahrrad bei einem der vielen Fahrradverleiher aus. Hier lernen wir die laotische Gemütlichkeit kennen. Die Cityräder ohne Gangschaltung haben einen Kindersitz auf dem Gepäckträger. Die Straßen sind aber bergig und durch die Dörfer der Bergvölker meist ungetrert. Darum bitte ich den Gepäckträger an eines der Mountainbikes zu montieren. Aus der Hängematte heraus, „nöööö zu aufwendig“. OK kein Problem mach ich auch gerne selbst. Hol nur schnell mein Werkzeug. „Nööö lieber nicht, lass mal“. Kann mich noch genau erinnern wie ich in Dali – China ein Fahrrad ausleihen wollte. Der Händler wollte mir ein Trek Mountainbike ganz nach meinen Wünschen umbauen und sogar für Jonas Fußablagen am Kindersitz befestigen, dass er es bequemer hat. Hauptsache er macht das Geschäft. Hier in Laos… alles ganz entschleunigt. Am Ende haben wir ein kleines Cityrad, ohne Gangschaltung, mit wenig Luft aber Körbchen und Kindersitz. J
Ab zur Tour de Laos. Keine Gangschaltung aber dafür ein Körbchen.
 
Unterwegs kommen wir durch schöne Dörfer.
 
Der Parkaufseher vom Wasserfall hat Jonas gleich ins Herz geschlossen.
Der Tagesausflug mit Jonas ist klasse aber schweißtreibend. Deshalb hol ich mir am nächsten Tag ein modernes Mountainbike und erkunde alleine die Dörfer.
So macht das Biken spass. Einfach querfeldein durch die Dörfer.
Abenteuer mit Moped
Petra mag Zweiräder, aber am liebsten mit Motor.
Das könnte die Idee für unsere nächste große Reise werden.
Deshalb leihen wir einen Roller aus. Zu dritt düsen wir durch Wälder und Dschungel in Richtung Muang Sing im Norden. Aber schon nach wenigen Kilometern bleibt unsere Rennsemmel im Dschungel stehen. Keine Angst, die Straßen sind überwiegend geteert und im ordentlichen Zustand. Ich stelle fest, dass wir kein Benzin mehr haben. Der erste der kommt wird angehalten. Ein Moped!
Ja ja, dem dummen Touri ist der Sprit ausgegangen.
Er versteht schnell unser Problem, deutet dass ich hintendrauf soll. Schon nach ein paar Minuten halten wir an einer Bambushütte, die Innen wie ein Kiosk aussieht.
Aber diese Dame hat ein paar Pullen - Sprit für uns.
In kleinen 0,5 l Glasflaschen, wo normaler Weise Bier drin ist, erhalte ich jetzt rotes Benzin. Ich kaufe 4 Flaschen, wovon sich mein Helfer gleich grinsend eine Flasche in seinen Tank gießt. Hmmm, ob die 1,5 Liter für die 50 km bergauf und bergab nach Muang Sing reichen werden!?
Diese Tanke hat leider schon geschlossen.
Lachend geht’s weiter bis starker Regen einsetzt. Klar, heißt ja auch Regenwald! Natürlich haben wir unsere guten Regenjacken nicht dabei und es wird etwas kühl. Unser Roller quält sich mit uns Dreien immer wieder die steilen Berge hinauf und 15 km vor unserem Ziel geht ihm die Puste aus. Tank leer.
Tank leer die Zweite. Dieses mal größere Flaschen.
Wieder nimmt mich ein Mopedfahrer mit, jedoch muss ich dieses Mal fast bis zum nächsten Ort fahren.

Wir haben viel Spaß bei unserem Ausflug, haben dann reichlich getankt und die tolle Landschaft und viele urige Dörfer um Muang Sing erkundet.
Abenteuerliche Hängebrücken gibt es viele. Aber nicht jede möchten wir begehen.
Wir sieht es hier aus?
Anders als wir es erwartet haben.
Die Hauptverbindungstraßen sind geteert und meist im guten Zustand. In den Dörfern meist nur rote Erde - Piste. Wir haben viel mehr Pisten und schlechte Straßen erwartet.

Die Landschaft ist sehr hügelig und bergig, immer wieder Flüsse, saftig grün zum Teil sogar noch primär Regenwald. Aber der meiste Dschungel musste kultivierten Feldern oder Wäldern weichen. Es wird viel Reis, Getreide und Mais angebaut.
 
So und noch viel dichter ist der Regenwald, bis er ...
 
der Landwirtschaft platz machen muss.
Die meisten Häuser, vor allem in den Dörfern, sind auf Holzstelzen gebaut. Sie bestehen meist aus einem Raum, der fast nur zum Schlafen genutzt wird. Das Leben spielt sich unter dem Haus, vor dem Haus und auf der Straße ab. Unter dem Haus leben auch die Tiere, meist riesengroße schwarze Hängebauchschweine, Hunde, Hühner und laute Hähne. Natürlich laufen die Tiere alle frei auf der Straße herum. Es ist immer staubig und doch auch meist eher schmutzig um die Häuser herum.
Fast ausschließlich sind die Häuser in dieser Art gebaut.
 
 
Damit die Viecher nicht ran kommen, ist das Kräuterbeet auch auf Stälzen.
 
Auf der Strasse werden Chillies getrocknet.
Ein kleines Schweinchen wartet am Rand, ausnahmsweise sogar angebunden.
Es gibt einen Waschplatz im Dorf oder an einem Hang, wo am Abend die Dorfbevölkerung zum „Duschen“ hingeht. Hierzu sind die Mädels und Damen extra in Stoff gewickelt. Sie gießen dann das Wasser über ihre Köpfe und waschen sich samt dem Tuch. Männer dürfen zu dieser Zeit nicht zum Waschplatz.
Immer wieder fahren wir direkt an den Waschplätzen vorbei. Jedoch stört das die Einwohner nicht.
Hier in einem Fluss, sonst wird eine Leitung aus dem Berg zum Dorf gelegt.
Man spricht von den Bergvölkern, weil es verschiedene Völker – Ethnische Gruppen gibt. Jede hat ihre eigene Kultur und Abstammung. Die Bergvölker tragen meist ihre Tracht wie z. B. Schwarze Kleider mit bunten Stickereien an den Ärmeln und am Kragen. Manche tragen einen prächtigen Kopfschmuck aber wohl meist nur an Festtagen oder für Touris.
 
 
 
Die Straßen verlaufen in den Bergen oft an steilen Hängen oder auf einem schmalen Grat. Dadurch haben die Dörfer wenig Platz und sie erstrecken sich ganz nah an der Straße entlang. Bereits ab 17Uhr dunkelt es schnell ein, Strom gibt es in den Dörfern oft nicht und Straßenbeleuchtung schon gar nicht. Wir können gar nicht fassen, dass die Mütter ihre kleinen Kinder meist total unbeaufsichtigt direkt neben oder sogar auf der Straße spielen lassen. Dicke LKWs, schnelle Überlandbusse und Jeeps brausen rücksichtslos die Berghänge hinauf und durch die Dörfer. Uns wird es jedes Mal ganz bang wenn die Sonne untergeht und wir noch keinen Stellplatz gefunden haben und fast im Blindflug durch die Dörfer düsen.
Die Dörfer sind oft direkt an der Strasse entlang eines Bergkammes gebaut.
 
 
Am meisten sind uns die vielen Kinder aufgefallen. Kein Wunder nach China! Gerade am Nachmittag oder gegen Abend, wenn die Schule zu Ende ist, haben wir das Gefühl, dass ganz Laos nur aus Kindern in Schuluniformen besteht.


Was kann man in Nordlaos machen?
Die meisten Touristen die es in den Norden verschlägt wollen im Dschungel trekken gehen oder auf den Flüssen z. B. Mekong oder besser noch Ou River mit dem Boot fahren und Dörfer der Bergvölker = Hilltribes besuchen. Mehrtagestrekking wollten wir Jonas, aber ehrlich gesagt auch uns nicht antun. Haben aber von anderen gehört, dass es sehr anstrengend aber auch total schön ist.

Die vier Musketiere.
 
 
 

Kommentare:

  1. habe ich gerne gemacht - euern blog von hier aus aktualisiert, und tue es wieder, wenn ihr wollt!
    und auch hier wieder ein toller bericht von euch! sehr schön geschrieben und - ach... - schöööne fotos!!!!
    herzliche grüße aus der heimat!
    tomi

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  2. Auch von mir ganz liebe Grüße from Bavaria. Habe schon sehnsüchtig auf euren neuesten Bericht gewartet. Wie immer toll geschrieben und sehr schöne Fotos.
    Liebe Grüße
    Otto

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Danke für deine Nachricht.
Liebe Grüsse, die Özis