Dienstag, 12. Februar 2013

Kambodscha: Abenteuer Nordosten

26.11. – 29.11.12 Höhe: 53 m – 325 m Gold und Edelsteine im wilden Nordkambodscha

Einreise Kambodscha:
Die laotischen Grenzer haben zum Glück nicht recht. Der Empfang bei den Kambodschanern ist sehr freundlich.

Der Zollbeamte schaut sich unser Carnet an, kopiert es, erkundigt sich nach Details von unserem Auto und macht ohne weitere Fragen den Stempel in das Carnet. In einem weiteren Häuschen erwarten uns schon zwei Polizeibeamte die unsere Einreisepapiere fertig machen. Zuerst bekommen wir die Visa ausgestellt und in die Pässe geklebt und danach die Einreise eingestempelt. Fertig!? Nein, wir müssen noch zu einem kleinen Zelt und die Gesundheitskontrolle überstehen. Zwei Junge Herren begrüßen uns sehr freundlich, erklären anhand eines Schaubildes den Hintergrund der Untersuchung. Man hat hier Angst vor der Vogelgrippe etc. Darum wird jetzt an unserer Stirn mit einem Fieberthermometer unsere Temperatur gemessen. Erkenntnis bei ca. 35°C. Jonas ist etwas wärmer wie wir beide, wen wundert es, so wie der rumspringt, aber alle Drei im grünen Bereich. Fazit: Kleine Gebühr und wir dürfen einreisen J

Die Straßen in Nordostkambodscha sind oft neu und somit auch "noch" gut.
Wildes Banlung:
Wir sind mächtig nervös. Wir haben keine Ahnung was uns in diesem Land erwartet. Laos und Thailand sind echte Reiseländer, aber was Kambodscha angeht haben wir nur Berichte über das weltbekannte Ankor Wat gelesen.

Zu unserer Überraschung und Freude ist die Straße auch weiterhin ganz ok.
 
Geteert, ein bisschen wellig und manchmal Baustellen oder große Löcher. Aber wir haben schlimmeres erwartet.
Auch hier wird wie in Laos diese holzartige Wurzel getrocknet.
Wir wissen immer noch nicht was das ist. Wer weiss es???
Die haben auch Freude am guten Straßenbelag auf der Hauptstraße.
Die Nebenstraße hat die Farbe der Felgen!
Spontan entscheiden wir uns dem Nordosten Kambodschas einen Besuch abzustatten. Wir fahren durch leicht hügelige, saftig grüne Landschaft. Die Wälder scheinen aber kultiviert und angelegt zu sein. Der einstige Regenwald wurde offensichtlich stark abgeholzt.
Schon ausgedünnter Wald...
Abgeholzter Dschungel. Leider ganz große Flächen.
Wir erreichen das wilde Banlung, die Provinzhauptstadt der Region Rattankiri mit gerademal 18.000 Einwohnern. Wir sehen Angehörige von Khmer Loeu Minderheiten mit Körben auf dem Rücken zum Markt gehen, traditionell gekleidete Menschen auf Mopeds durch den Ort brausen und was ist das… Frauen in bunten Schlafanzügen… überall.
Das Wahrzeichen von Banglun ist den Khmer Loeu Minderheiten gewidmet.
 
Die Fahrradfahrerin; schöner "Schlafanzug".
Rattankiri ist die ärmste und unterentwickeltste Provinz Kambodschas. In den einfachen Dörfern erreicht statistisch jedes vierte Kind nicht das fünfte Lebensalter.
 
Die roten Khmer hatten hier in den Wäldern nah an Vietnam Stützpunkte errichtet. So wurde auch diese Gegend im Krieg sehr stark bombadiert.

Wir gehen erst einmal zum Essen. Gerade als wir parken wollen kommen zwei junge Bleichgesichter freudig gesprungen, halten ihre Daumen nach oben. Sie finden unsere Tour total klasse und interessieren sich sehr für Tour, Auto und uns. Gleich werden wir zu ihnen nach Hause eingeladen. Im Garten der beiden Jungs dürfen wir campen. Perfekt, wir haben ja eh noch keine Bleibe.
Im Innenhof der Goldsucher  - Jungs.
Die Lebensgefährtinnen der Jungs waren sehr sehr nett und haben sich sehr über unseren Besuch gefreut.
Die Jungs aus Kanada und USA erzählen uns, dass sie hier in den Flüssen seit Jahren nach Gold schürfen. Sie werden auch immer wieder fündig aber zum ganz großen Wurf hat es wohl noch nicht gereicht. Natürlich gibt es bei unzähligen Dosen Bier gegenseitig viel zu erzählen. Jonas ist vor allem von den Schürfgeräten beeindruckt.
Am Laptop entsteht eine Zeichnung für ein neues Goldsieb.
 
In Kambodscha haben wir schon gelernt, dass der U$ Dollar die Zweite Währung ist. Trotzdem möchten wir Geldwechseln und gehen deshalb zur Bank. Hier sitzen zwei Männer ganz gemütlich vor dem Eingang. Als wir sie fragen: „do you change Money“ zeigen sie ganz langsam in Richtung Markt. Wir sollen es doch bitte dort auf dem „freien“ Markt probieren, da wär auch der Kurs besser. Ooookkk! Wir suchen den Money changer auf dem Markt. Tatsächlich, wie könnte es auch anders sein, ein chinesisches Geschäft hat in der Auslage bündelweise Geld und tauscht ganz fleißig. Ohne Probleme wechseln wir dort unser Geld.
Die medizinische Versorgung ist hier im Nordosten noch sehr schlecht.
Wir besuchen den Wochenmarkt. Wow ist der klasse… also im Sinne von ursprünglich, wild und zum Teil geruchsintensiv. Uns, eher mir J, gefällt das wilde Treiben sehr gut.
Aha, so entstehen Eiswürfel.
Muscheln und Schnecken mit Chilli. Lecker!
 
In der Fleischabteilung des Marktes...
... geht es entspannt zu.
Aber alles ist schön angerichtet.
 
 
 
 
Vor allem fällt uns auf, dass die Menschen aus den umliegenden Dörfern ganz anders aussehen und viel kleiner sind als die Kambodschaner. Diese Minderheiten leben zum Teil noch richtig im Dschungel.
 
Petra zeigt den Damen das Foto. Sie haben große Freude.
Und so sieht das Foto aus.
Die Hitze macht uns zu schaffen deshalb gehen wir zum Baden. Hier gibt es einen wirklich einmaligen See.
Ich kann ganz ungestört im See baden.
Der uralte, runde Vulkankratersee Yak Loum, hat einen Durchmesser von 720m ist über 48m tief und soll viele Tausendjahre alt sein. Das Wasser leuchtet Smaragd grün, ist klar und vor allem kalt. Perfekt für einen Badenachmittag.
Jonas springt hinterher und genießt auch das kühle Wasser.
Am Ufer sind immer wieder Stege in den See hineingebaut, so dass wir ganz gemütlich über Holzstufen ins Wasser hüpfen können. Um den See herum ist alles bewaldet, ja schon fast dschungelartig.
Am Ufer gibt es Elefanten zu bestaunen.
Kinderspielplatz auf kambodschanisch. Kraxeln auf einer Wurzel.
 Heute ist aber Nationalfeiertag, was wir nicht wussten, und somit mächtig was am See los.
Die Jungs machen Party und laden uns dazu ein. Danke, kein Bier bei 35°C.
Aber kein Problem, wir finden trotzdem eine schöne Sonnenbank mit Steg zum Entspannen.
Chillen am See.
Wir wollen die Gastfreundschaft der Jungs nicht zu lange ausnutzen und ziehen in den Garten des „Nordern House“ um. Der Norweger ist mit einer Kambodschanerin verheiratet und hat eine ganz süße Tochter in Jonas Alter. Die Beiden verstehen sich auf anhieb sehr gut und spielen den ganzen Tag zusammen. So verlängern wir kurzerhand den Aufenthalt in Banlung, damit die beiden Turteltauben mehr Zeit haben.
Jonas Freundin besucht uns im Pemujo und spielt mit uns UNO.
Ohne Worte!
Wir unternehmen auch Ausflüge in das wilde Hinterland weiter im Osten. Meist geht es auf unglaublich staubigen Naturstraßen durch einfache Dörfer.
Die Menschen leben in ganz bescheidenen Holzhäuschen auf Stelzen wie in Nordlaos.
Der rote Staub kriecht in jede Ritze im Auto.
Abseits der Hauptstrasse gibt es fast nur tiefrote Naturpisten, die mächtig stauben.
Klasse Fahrzeug, nur wie überstehen die Fahrer den Staub?!
Wir sehen wir die Menschen am Abend mit Stirnleuchten und ganz verschmierten Gesichtern in die Dörfer laufen. Wir fragen sie woher sie kommen. Sie erzähle uns, dass hier verschiedene Edelsteine in kleinen Erdmienen abgebaut werden. Wir können gerne rohe Steine kaufen. Die Steinchen sehen toll aus, jedoch haben wir keine Ahnung und lassen erst einmal die Finger davon.
Auf dem Markt schauen wir uns doch noch einmal die glitzernden Steinchen an.
Die Dame versucht Petra mit einem guten Preis zu ködern.
 
 
Das Gemeindehaus eines kleinen Dorfes.
 
 
 
Wir fahren soweit ins Hinterland bis wir nicht mehr weiter kommen.
Leider werden die abgeernteten Felder und Wiesen abgebrannt.
Ob die Flasche im Notfall zum Löschen ausreicht?
Wir versuchen einen Rundkurs zurück nach Banlung zu finden landen aber mitten in Feldern und Gräsern wo wir kaum noch umdrehen können.
Nur noch tiefe Löcher und immer schmaler werdende Pisten zwingen uns zum Umdrehen.
Uns gefällt es hier sehr gut, auch wenn es etwas rauer und uriger zu geht. Oder vielleicht auch gerade deswegen! Die Menschen sind auf jeden Fall wieder super nett und herzlich.

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