Donnerstag, 6. Juni 2013

Cameron Highlands - Erdbeeren, Landys und Tee

12.2. – 16.2.2013 Höhe: -11 m  - 1.648 m

Zum Abkühlen in die Highlands
Pulau Penang war klasse, aber auch wirklich unglaublich heiß ~34°C und feucht. Zum Glück hatten wir Strom und unsere Klimaanlage.
Moschee in Kuala Kangsar.
Die Wolken berühren langsam den Regenwald.
Die Strasse hinauf in die Highlands ist kurvig aber in einem sehr guten Zustand.
Jonas ist bereit für das nächste Shooting.
Bereits die Briten wussten, wo man sich am besten in Malaysia vor der Hitze verstecken kann. Auf der Bergkette der Cameron Highlands gibt es nette Ortschaften mit schönen Guesthäusern. Auf über ~ 1.500m Höhe herrschen tagsüber ca. 25°C und nachts kühle 10 °C – 15 °C.
Das traditionelle "The Smokehouse Hotel" inTanah Rata ist absolutely British.
 
Die Highlands liegen gerademal 200 km nördlich von der Hauptstadt, also irgendwie auch auf unserer Route. Tja, die Feiertage neigen sich dem Ende zu und der Rückreiseverkehr hat begonnen. Auf der Autobahn geht nichts mehr, wie weichen auf die Nebenstraßen aus. Aber wie immer, wir sind nicht die einzigen mit dieser spitzen Idee. Bei Schrittgeschwindigkeit kommen wir wieder leicht in Kontakt mit Staufreunden bzw. können mit guten Gewissen lange Mittagspausen einlegen.
 
 

 
 
Tandoori Chicken, einfach nur köstlich.
 
Vegetable Thali, hmmm so lecker wie in Indien.
Die Straße hoch zu den Highlands windet sich auf einer breiten Straße plötzlich von 300 m auf über 1.600 m nach oben. Verschieden Dinge machen die Highlands zu einem Touristenziel, ja zu einem ziemlich einmaligen Ort in Malaysia. Nicht nur, dass hier immer noch Erdbeeren mit Sahne genossen werden wie zur Hochzeit der Briten, oder durch das ausgeglichene Klima hier oben spitzen Tee wächst sondern die Highlands ein einziges Land Rover Defender Oldtimer Treffen ist.
 
 
So süß wie eine Erdbeere ;-)
Über 7.000 Prachtstücke, manche bis zur Unkenntlichkeit verrostet und verrottet aber… fahrtauglich! Der Staat hat den Bauern die KFZ Steuer gesenkt, damit sie in diesem schwierigen Gelände mit den Defendern ihre Felder bestellen könne. Wahrscheinlich haben die Cameron Highlands die höchste Defender-Dichte der Welt.
Cameron Highlands - über 7.000 Landy Defender, alt wie neu, soll es hier oben geben.
 
Wunderschöner Bully. Die Malaien haben einfach Geschmack.
 
Vor einem sehr schönen Heritage Hotel oberhalb von Tanah Rata dürfen wir auf 1.640 m campieren. Wir gehen viel spazieren, erkunden den Ort, Tempel, leckere indische Restaurants und natürlich Spielplätze. Zufällig finden wir in einem kleinen Gebäude neben dem Hotel die Hotelwäscherei. Wir fragen freundlich die Hausedame, ob sie nicht unsere etwas miefige Wäsche mit den hochmodernen Maschinen und vor allem mit heißem Wasser waschen möchte. Mit einem Lächeln stopft sie einige Kilo Globetrotterwäsche in die Maschinen. Natürlich haben wir die Dame ordentlich belohnt.

Hindutempel in Tanah Rata.


Spielplätze vom Allgäu bis nach Malaysia - wir haben sie gesehen und getestet ;-)
Ein absolutes Highlight war unser Ausflug zu den schönen Plantagen des größten malaiischen Teeproduzenten BOH Tea.
Die einspurige Straße führt den Bergentlang in ein kleines Tal. Die Aussicht auf die Terrassen ist klasse, der Besuch der kleinen Schaufabrik interessant und der Tee im Restaurant lecker.
Panoramafoto einer Teeplantage der BOH Tea Estate.

 
Flitterwochen auf malaiisch.
Aber der Rückweg aus dem Tal stellt als Geduldsprobe und gefährlich heraus. Eine nicht enden wollende Blechschlange versucht auf der engen Straße aus dem Tal zu kommen wobei gleichzeitig Busse und Touristen versuchen ins Tal zu kommen. Wir sind richtig überrascht wie freundlich und gelassen Meter für Meter das Problem gelöst wird. Die Malaien fahren die Steile hänge hinauf, rangieren millimetergenau damit wir mit unserem über 2 m breiten Mobil vorbei kommen. Um genauer im Schleichtempo manövrieren zu können, fahre ich im 4x4 in der kleinsten Untersetzung ganz knapp am Gegenverkehr vorbei. Alles geht gut, und wir kommen nach ein paar Stunden wieder unbeschadet aus dem Tal.
Kleines Verkehrschaos auf der einzigen Zugangsstrasse ins Tal.
 
Mit viel Geduld und Millimeterarbeit schaffen wir es nach fast 3 Stunden.
 
 
Die kühlen Tage und vor allem Nächte ohne Klima haben uns sehr gut getan. Gut erholt treten wir den Weg Richtung Großstadt, Kuala Lumpur an. Auf dem Weg kommen wir an Dörfern der Ureinwohner des Dschungels, der Orang Asli vorbei. Wir treffen „Michael Jackson der Wälder“ der uns die Kunst im Blasrohr jagen erklärt und ausprobieren lässt. Seine roten Augen usw. geben uns das Gefühl, dass er spezielle Kräuter und Gräser aus dem Jungle zu oft ausprobiert hat. :-)
Die einstigen Ureinwohner des Dschungels hausen jetzt in erbärmblichen Hütten.
Pfeil rein ins Blasrohr und...
...einmal feste pusten. Scheint einfach zu sein, oder!?
Ok, ich probiere auch mal mein Jagdglück. Das Blasrohr duftet etwas nach Alkohol, puuuh.
Tja, war wohl nix!?

Natürlich haben wir nicht auf lebende Tiere geschossen.

 

Montag, 3. Juni 2013

Penang Island – klein China in Malaysia

8.2. – 12.2.2013 Höhe: -33 m  - +344 m Chinesisches Neujahr auf der Insel Penang

Pulau Penang – lebhafte Insel an der Westküste
Wir haben uns extra beeilt, damit wir das große chinesische Neujahrsfest ab 9.2.2013 in Malaysia auf der Insel Penang feiern können. Auf der größten und bevölkerungsreichsten Insel (ca. 1,5 Mio. Einwohner) des Landes ist auch die größte chinesische Gemeinde. Sie stellen ca. 46 % der Inselbewohner dar.
Landkarte Malaysia - Bundesstaat Kedah mit Inseln Langkawi und Penang.

 
Erst 1985 wurde die tolle Penang Brücke zwischen Insel und Festland eröffnet.
Eine zweite Brücke befindet sich in Bau.
 
Die Insel hat eine lange Geschichte vor zuweisen. Durch ihre strategisch gute Lage war sie immer wieder umkämpft und wurde von verschiedenen Nationen und Völkern regiert. 1786 hat der Sultan die Insel den Briten als Außenhandelsposten überlassen. Die Händler der Ostindien Companie wurde von Captain Francis Light angeführt der vor allem dem Hauptort Georgetown zur großen Blüte verhalf.
Grab von Captain Light.
Große Kanonen schützen das alte Fort Cornwallis an der Nordwestecke der Insel.
Wir dachten, dass das Neujahrsfest hier wohl am buntesten, lautesten und ausgelassensten gefeiert wird. Aber… wir haben uns da mächtig getäuscht. Denn, die meisten chinesischen Geschäfte haben im quirligen Chinatown geschlossen, die Chinesen sind zu ihren Verwandten auf das Festland gefahren. Das sehenswerte Chinatown ist wie ausgestorben.


Tja, leider sind die schönen chinesischen Geschäfte mehrere Tage geschlossen.
Egal, Penang mit den alten Häusern, tollen Gassen, den leckeren Restaurants, den lebendigen Tempeln einfach mit  der multikulti Gesellschaft aus Chinesen, Indern und Malaien ist sehr sehenswert.




Wer in Malaysia nichts passendes zum Essen findet ist selber schuld.
Die kulinarischen Einflüsse sind vielfältig und machen das Essen zum Genuss.
 
 
 
Bangles - Indische Armreifen kauft man am besten im Dutzend.
 
 
Wir finden einen tollen Stellplatz im Norden der Insel, nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt. Wir dürfen neben einer Autowäscherei auf der Wiese campieren, bekommen Wasser und Strom und werden von den freundlichen Arbeitern, die überwiegend aus Bangladesch und Indien stammen, umsorgt.
Die Jungs aus Bangladesch waren tolle Gastgeber.
Sie habe uns mit Strom, Wasser und Früchten versorgt.
Zu fuß erkunden wir jeden Tag fleißig die Stadt, schauen uns viele Tempel, Gassen und Märkte an. Vor allem Chinatown und little India sind spitze. Es ist inzwischen sehr heiß und vor allem feucht. Das macht das Spaziergehen unter Tags sehr beschwerlich. Aber, Penang ist auch für die schönen Fahrradrikschas bekannt. Mit so einem lustigen Gefährt lassen wir uns bei 34°C mehrere Stunden durch die Inselhauptstadt Georgetown kutschieren.
Puuuh, ist das Entdecken anstrengend. Jetzt erst mal eine Massage.
 
 
 
 
Penang ist auch die Heimat vieler Künstler.
Es gibt an jeder Ecke und Hauswand etwas spannendes zu entdecken.
Durch die Feiertage herrscht bei den Chinesischen Tempeln Hochbetrieb. Es werden ganze Räucherstäbchen-Wälder abgebrannt. Manche „Stäbchen“ erinnern eher an Baumstämme. Der unglaubliche Rauch brennt uns in den Augen, zum Teil bekommen wir in den Tempeln kaum Luft. Es gibt extra Tempelangestellte, die alle paar Minuten die geopferten Räucherstäbchen vom Altar einsammeln und in Wasserbottiche werfen, damit wieder genügend Platz für neue ist. Andere Gläubige kaufen Dachplatten, beschriften sie mit ihrem Namen und Wünschen für die Zukunft und spenden diese dann dem Tempel. Vor den Tempeln warten oft viele Bettler, meist indischer Abstammung, und hoffen auf Spenden der chinesischen Gläubigen. Die edlen Spender stellen sich uf den Tempelplatz, die Bettler werden in einer Reihe aufgestellt und dürfen dann einzeln vor den Spender treten, der jedem einen Geldschein in die Hand drückt.
Arme Menschen stehen vor dem chinesischen Tempel an,
um von einem großzügigen Inder eine Spende zu erhaschen.
Bettler haben oft ihr Quartier vor den Tempeln aufgeschagen und hoffen auf Spenden.

 
 
Petra hat Glück, sie ist ein Schweinchen. Ich nur eine Ratte.

Die Chinesen schreiben ihre Wünsche auf Dachziegel und spenden diese dann dem Tempel.
Jeden Abend findet auf dem Stadtplatz an der Nordpromenade von Georgetown ein Neujahrsfest statt. Auf einer Bühne treten chinesische Künstler und Akrobaten auf und wilde Drachentänze werden aufgeführt.

Was für eine schöne Überraschung
An einem Abend haben wir mal wieder Lust richtig europäisch zu essen. Darum besuchen wir das sehr gute Schweizer Restaurant Edelweiss. Dann eine große, sehr schöne Überraschung. Fabia und Dino aus der Schweiz, mit denen wir im September 2012 in Ulaan Bator / Mongolei zusammen im Oasis Guesthouse gestanden waren, kommen herein. Die zwei sind mit einem älteren Landcruiser und Dachzelt auf Weltreise. Die Wiedersehensfreude ist groß. Selbstverständlich sitzen wir bis spät in den Abend zusammen und tauschen unsere Erlebnisse aus. Auch die nächsten Tage unternehmen wir immer wieder etwas gemeinsam, bzw. sitzen bei der bullen Hitze in unserer klimatisierten Kabine.
Zufälliges und sehr schönes Wiedersehen mit den Globetrottern Fabia und Dino.
 
Die Zwei sind mit einem Toyota Landcruiser unterwegs.
Wir hatten uns das letzte Mal in Ulaan Bator - Mongolei gesehen.
Nach dem wir Georgetown abgelaufen haben, erkunden wir die Insel mit unserem Auto und fahren einmal herum. Die Landschaft ist grandios, auf einer kurvenreichen Strecke erklimmen wir kleine stark bewaldete Hügel in der Mitte der Insel, wir sehen immer wieder das Meer und den gewaltigen Frachthafen. Natürlich gibt es auf der ganzen Insel sehenswerte Gebäude und Tempel, aber der buddistische Kek Lok Si Tempel ist gigantisch. Er thront spektakulär auf einem  Hügel in einem Vorort von Georgetown. Er gilt als einer der größten buddhistischen Tempel Südastasiens. 1890 wurde mit seinem Bau begonnen und wird seit dem immer wieder erweitert.
 
 


Wer hier spendet wird reich. Also Jonas, gib alles!

 
  
 
Wir parken direkt vor dem Tempeleingang auf einem sehr kleinen Parkplatz, da wir bei der Hitze nicht so weit laufen wollen :-). Dadurch haben wir selbstverständlich sofort intensiven Kontakt zu den Pilgern, die sehr freundlich uns begrüßen und aufnehmen.
Natürlich parken wir auf dem sehr schmalen Parkplatz direkt am Tempel.
 
Genau an dem Tag unserer Rundtour um die Insel herrscht ein Verkehrschaos, überall wimmelt es nur von Polizei. Wir fragen nach, was das zu bedeuten hat. Absolut zielsicher stehen wir gerade vor einer chinesischen Schule / Universität wo in wenigen Minuten der Ministerpräsident auftreten wird. Juchu, in Malaysia stehen Parlamentswahlen vor der Tür, das ganze Land ist nervös.
 

Die Menschen strömen zur Kundgebung umd den Ministerpräsidenten ganz nah zu erleben.
Wir genießen den Stau. :-(
Trotz der Feiertage hatten wir wunderschöne Tage auf der Insel. Die verschiedenen Stadtviertel von Georgetown sind einfach nur klasse.
China und Indien in Miniformat; entspannt und zum Anfassen :-)
Multikulti in Malaysia, das macht das Land so spannend und liebenswürdig. Wir fühlen uns sofort sehr wohl.