Dienstag, 9. Oktober 2012

Der indische Mönch


Es regnet mal wieder als wir in Khovd im Altai / Westmongolei ankommen. Wie die meisten mongolischen Städte keine wirkliche Schönheit, aber relativ aufgeräumt, breite Straßen und Geschäfte.
Wir fahren zu einem buddhistischen Kloster am Ortsrand, was im moslemischen Altai schon was Besonderes ist.

Klosteransicht

Der Boden ist matschig, Jonas möchte aber unbedingt die vielen Gebetsmühlen drehen und das Kloster von innen ansehen.

Jonas dreht Gebetsmühle

Im großen Gebetsraum findet gerade eine kleine Puja (Gebet) für einen Mongolen statt. Er hat seinen Wunsch und sein Problem auf einen Zettel geschrieben und dem Mönch übergeben. Dieser sucht passenden Gebete und macht eine Zeremonie für ihn. Wir dürfen dabei sein und auch Fotos machen.

Puja Zeremonie

Puja Zeremonie

Zurück am Auto machen wir erst einmal Mittagspause mit Miracoli Nudeln als es dann plötzlich klopft. Ein älterer Mönch steht im Regen und lacht uns an. Wir bitten ihn gleich herein und bieten ihm etwas zu trinken an. Er spricht ein wenig englisch und teilt uns mit, dass er der Abt dieses Klosters ist und uns gerne in seine Klause einladen möchte. Natürlich folgen wir gerne dieser Einladung.

Statue im Kloster

Seine Klause ist ein langes Zimmer mit einem Bett und einem Bücherregal. Auf dem Fensterbrett stehen Gläser und Kochtopf um Tee kochen zu können. Sofort bietet er uns Tee an, der dann auch gut schmeckt. In seinem bescheidenen Zimmer angekommen, zeigt er uns seinen Ausweis und erklärt, dass er ein tibetischer Lehrer ist und die Mönche hier unterrichtet. Seit über einem Jahr ist er bereits in diesem Kloster. Er plant 2013 wieder zurück nach Indien zu gehen. Seine Geschichte steht wahrscheinlich symbolhaft für das Schicksal vieler Tibeter.
Als kleiner Junge hat er mit anderen seine Familie verlassen und ist über die schneebedeckten 6000er Berge nach Nordindien geflüchtet. Hier im Exil des Dalai Lama ist er zur Schule gegangen und hat den Buddhismus studiert. Danach wurde er vom Dalai Lama in eine tibetische Gemeinde in Südindien geschickt. Zwei Jahre soll er nun sein Wissen den jungen mongolischen Mönchen weiter geben. Als wir ihm erzählen, dass wir auch in Daramsala, also dem Exil vom Dalai Lama in Indien, und seinem Heimatort in Südindien waren, freut er sich so unglaublich. Er zeigt uns Fotos und lädt uns zu sich nach Hause, nach Indien ein.
Zum Abschied betet er für uns und segnet uns mit einem Katak (geweihtes Tuch). Weil der Boden im Kloster so matschig ist, trägt er Jonas zum Auto. Hier haben wir ein kleines Geschenk für ihn. Wir drucken ihm ein paar Fotos vom gemeinsamen Nachtmittag schnell aus. Er strahlt nur noch und bedankt sich immer wieder dafür. Es wäre klasse, wenn wir seiner Einladung nach Indien irgendwann nachkommen könnten.

Jonas wird gesegnet

Petra wird gesegnet

Jonas übergibt eine Spende

Ein toller Nachmittag, mit einer sehr schönen Begegnung.

1 Kommentar:

Danke für deine Nachricht.
Liebe Grüsse, die Özis