Sonntag, 28. Oktober 2012

Tsetserleg - Jonas Segen


Jetzt wollen wir uns erst einmal erholen, genießen das feine Essen und den leckeren Kaffee im Fairfield Restaurant in Tsetserleg (20.000 Einwohner – 1.700m). Der übersichtliche Ort ist von kleineren Bergen und Hügeln umgeben und nach russischem Vorbild schachbrettartig strukturiert. In den Wohnvierteln um den Ortskern verstecken sich Jurten hinter hohen Holzzäunen. Die Mongolen ziehen meist noch die Jurten den kühlen und unpersönlichen Stahlbetonklötzen vor.




Im Ort gibt es einige buddhistische Klöster, die wir natürlich besuchen. Manche sind modern und scheinen relativ neu erbaut worden zu sein, andere hingegen sind in großen Jurten untergebracht.




Die Mönche erlauben uns ins kleine Kloster Buyandelgerüülekh Khiid einzutreten, am Rand auf kleinen Holzbänken zu sitzen und bei den Zeremonien zu zusehen. Das Licht ist meist sehr düster, es brennen kleine und große Butterlampen und wie in buddhistischen Klöstern üblich, sind in der Mitte Bänke gegenüber aufgestellt, wo sich die Mönche gegenüber sitzen und Gebete rezitieren. Am Kopfende ist meist ein geschmückter und größerer Sitz, wo der Abt des Klosters sitzen darf. Vor den kleinen Bänken sind schmale Tische, wo die Gebetsblätter abgelegt werden. Zwischen durch geht ein junger Novize mit einer großen Teekanne durch die Reihen und schenkt den betenden Mönchen Buttertee ein. Nicht jeder Mönch ist konzentriert bei der Sache, ratscht mit seinem Nebenmann oder betrachtet uns.

Gleich beim Eingang sitz ein Mönch an einem kleinen Tischlein, hat viele kleine Zettelchen vor sich verstreut und ein Buch. Die Besucher gehen zu ihm, sagen ihm was sie für Sorgen oder Wünsche haben. Der Mönch schreibt dann etwas auf die Zettel, die er an die betenden Mönche weiter gibt. Der Abt sucht das passende Gebet aus und alle Mönche beten dann für den Bittsteller, der sich vor den Abt setzen darf. Natürlich hinterlässt der Gast auch eine kleine Spende.



Als die Jurte leer ist, ruft der Abt plötzlich Jonas zu sich nach vorne. Jonas geht artig vor uns setzt sich vor ihn hin. Der Abt schaut erst unsicher, fragt Jonas nach seinem Namen und lacht ihn dann an. Der Abt legt seine Hand auf Jonas und fängt an für ihn eine kleine Puja (Gebetszeremonie) abzuhalten. Er betet, legt immer wieder seine Hand auf Jonas Kopf und streut irgendwelche Kräuter in die Luft. Jonas macht große Augen und bleibt ganz ruhig (alleine) vor ihm sitzen.





Mit strahlenden Augen kommt Jonas zurück zu uns. Es ist so eine tolle Stimmung in diesem Kloster und für Jonas eine besonders schöne bleibende Erinnerung.

Die Hauptstraße ist geteert und das soll bis Ulaan Bator so bleiben. Wir können unser Glück gar nicht fassen.


1 Kommentar:

Danke für deine Nachricht.
Liebe Grüsse, die Özis