Sonntag, 22. Juli 2012

Grenzabenteuer Iran - Turkmenistan

Die iranische Grenze bei Sarakhs hätten wir fast nicht gefunden. Wir dachten, dass das nur ein LKW Parkplatz ist. Ein kleines Tor, wo eine kleine Schlange LKWs wartet, ein kleines Häuschen und dahinter ein großer verstaubter Platz.
Und wo bitte ist die Grenze? Ah, gleich vorne links durch das Tor!


Die freundlichen LKW Fahrer, auch aus der Türkei, winken uns herbei und zeigen uns die Einfahrt auf das Zollgelände. Ein freundlicher Polizist schickt uns in ein Häuschen, wo irgendetwas eingetragen, gestempelt etc. wird. Die einzigen Fragen beziehen sich rein aus Neugier auf Pemujos Kennwerte wie Preis, PS, Diesel oder Benziner, Marke… Danach suchen wir unseren Weg durch die LKWs zum eigentlichen Zollhaus. Dort ist wenig los. In dem modernen Gebäude geht es recht gemütlich zu. Kein Vergleich zu Bazargan bei der Einreise. Eine sehr nette Zöllnerin, die auch super englisch spricht, schaut die Dokumente durch, wirft einen kurzen Blick ins Auto, stempelt alles und schickt uns zum Zollbeamten.

Dieser fragt uns irritiert, ob wir ein- oder ausreisen. Wir verstehen ihn zuerst nicht. Natürlich Ausreisen was für eine Frage. Er fragt wiederum, wo wir denn eingereist sind, denn er findet keinen Einreisestempel. Tatsächlich, in Bazargan haben die Helden, trotz oder evtl. wegen dem ganzen Zirkus keinen Einreisestempel in unsere Pässe gestempelt. Der Zöllner ruft den Leiter der Zollbehörde der leider kein Englisch und kein Türkisch spricht. Ein Soldat erklärt uns, dass wir 2 Stunden warten müssen, da jetzt in Bazargan angerufen und nachgefragt wird ob der Stempel vergessen wurde. Wir gedulden uns… natürlich nur ein paar Minuten bis wir dann persönlich mit dem Chef sprechen, die Zöllnerin aktivieren und vor allem den zuständigen Polizisten auf Türkisch nerven, dass er endlich dort anruft. Natürlich ist Bazargan keiner Schuld bewusst, wir wären einfach durchgefahren. Da haut‘s uns die Hutfeder raus. Im stillen Kämmerchen erklären wir ihm die Vorgänge in Bazargan. Der Polizist beschwört, dass keine Dollars je ein Kollege annehmen würde. Wir heben nur die Augenbraue und sagen ihm, dass wir auch sehr enttäuscht sind. Geld nehmen und Fehler machen, so dass arme Touristen in Schwierigkeiten kommen. Wir stellen uns direkt in das Büro des Polizisten und sagen ihm, dass wir hier warten werden bis alles geklärt ist. Das gefällt ihm natürlich nicht. Jetzt heißt es vom Oberchef, wir mögen doch BITTE 15 min platznehmen, sie suchen nach einer Lösung. Tatsächlich, der Polizist holt uns mit strahlendem Lächeln und meint: „Alles sieht gut, ich habe Teheran ein Fax geschickt und die geben grünes Licht! Ihr seht, die iranischen Polizisten sind sehr nett und hilfsbereit!“
Jetzt nur noch ein paar andere bürokratische Hürden und wir haben unseren Ausreisestempel. Nun werden wir bevorzugt behandelt und dürfen an allen LKWs vorbei. Wahrscheinlich durch die Aufregung lässt Mustafas Aufmerksamkeit einen kurzen Augenblick nach. Als er gerade millimeterweise an den LKWs vorbeizirkelt vergisst er, dass unsere Markise ja etwas raussteht. Mit dieser beschädigt er den Außenspiegel eines LKWS. Nach kurzer Diskussion einigt man sich auf 30$ Entschädigung.
Übrigens, kein Mensch hat nach einem iranischen Kennzeichen gefragt!
Das Ganze kostet uns viele Nerven, 30 U$ und 2,5 Stunden.

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