Sonntag, 22. Juli 2012

Und wo sind bitte die Kamele?

Wir dachten das ist ein Scherz, aber tatsächlich laufen die Kamele frei herum.
Zwei große Wüsten dominieren den Iran. Zum einen die Wüste Kavier und zum anderen die Wüste Lut. Bereits Sven Hedin hatte die Wüsten durchquert und war von ihnen angetan.
Nachdem Jonas auch unbedingt mal ne Wüste sehen wollte, und er es bis zur Gobi nicht aushält, hat der Familienrat kurz beschlossen, eine Oase in der Wüste Kavier zu besuchen und dort zu übernachten.

Die Oase Farahzad liegt mitten in der Wüste. Hmmm, das hätte uns eigentlich vorher schon eine Warnung sein sollen, denn sonst macht eine Oase ja keinen Sinn ;-)
Hier hört sogar die Sandpiste auf. So weit das Auge reicht, Sand. Hier der Blick auf die Oase Fahrazad.

Die Anfahrt über Nain war sehr schön. Bereits Nain wär eigentlich einen längeren Aufenthalt wert gewesen. Nain ist im Prinzip das Tor in die Wüste. Die Häuser sind hier bereits aus Lehm erbaut um vor der großen Hitze, heute 41°C, Schutz zu bieten. Aber vor allem die schönen „Eishäuser“ mit ihren Windtürmen sind sehr sehenswert. Eine alte Burgruine thront über dem Ort.
Eishaus mit drei Windtürmen. Die Türme fangen den Wüstenwind ein, um damit das Innere zu kühlen.
Im Eishaus wird bis zum späten Frühjahr Eis gelagert.


Die Hauptstraße durch die Wüste ist gut asphaltiert, so dass man entspannt durch das Wüstenplateau fahren kann. Wir fahren zwischen 1.100 m und 1.450 m immer wieder bergauf und bergab, was bei ca. 45°C dem Motor schon zu schaffen macht.

Gute Strassen und kein Verkehr. Was will man mehr!?
Nach 240 km erreichen wir die Abzweigung bei Jandaq. Leider verwandelt sich der Asphalt in eine zum Teil üble Wellblechpiste. Die wird nur durch Sand und Baustellen unterbrochen. Die Baustellen sind tiefmatschig und mit tiefen Fahrrillen durchzogen, so dass wir sicherheitshalber den 4x4 einschalten.
Dank Allrad sind die Pisten und der Sand kein Problem.

Nach einer Stunde, für 40 km, erreichen wir die Oase. Ja, das was wir gehört haben passt: klein… sehr klein nur 3 Häuser, letzte Siedlung, die Straße endet vor einer Sanddüne, einsam und mitten in der Wüste.

Was für ein toller Übernachtungsplatz. Die Stille war uns schon fast unheimlich.
Dazu noch fast Vollmond... die Globetrotterromantik ist perfekt.


Ein paar Gehminuten von der Miniansiedlung entfernt ist eine grüne Oase, wo die Familie Gemüse anpflanzt.
Durch ein raffiniertes Bewässerungssystem ist auch der Anbau von Gemüse möglich.
Ein saftiggrüner Fleck mitten in dr Wüste.

Wir fragen, ob wir direkt neben dem Haupthaus parken dürfen. Mit den Worten: „Ihr seid herzlich willkommen“ werden wir freundlich empfangen.
Hurra, wir sind in der Wüste!
Wegen der sehr schlechten Straße, hatten wir es schon fast bereut planlos und frech in die Wüste zu fahren. Aber das tolle Panorama, gerade bei Sonnenuntergang und die freundlichen Menschen entschädigen die ruppige Straße um ein vielfaches.

Puhhh ist das heiss hier. Da geh ich lieber zurück zum kühlen Pemujo.
Zuerst bereuten wir fast die Fahrt in die heiße Wüste, aber es hat sich wirklich gelohnt.

Ein richtiger Glutofen und lebensfeindlich. Trotzdem ist die Landschaft wunderschön.
Wir fahren weiter gen Osten durch die Wüste, kommen an ausgetrockneten Seen vorbei wo das weiße Salz strahlt, in die große Oase Tabas. Der Ort hat eine tolle Moschee und einen sehenswerten Stadtpark.
Die schöne Moschee in Tabas. Die Anlage ist wie eine große Verkehrsinsel gebaut.



Wir beschließen die über 700 km nach Mashad durch zufahren damit wir dann wieder mehr Ruhetage haben. Wir sind begeistert von den unterschiedlichen rot und gelb Tönen der trockenen Landschaft.
Wir hätten auch nicht mit diesen hohen Pässen, bis zu 2.200 m, in der Wüste gerechnet. Die letzten 150 km gehen parallel zur Afghanischen Grenze nördlich nach Mashad. Hier werden wir an jedem Polizei Checkposten angehalten. Aber eigentlich nur aus Neugierde der Polizisten, die uns eine schöne Zeit wünschen.
Bei 47°C so ein Schild! Da suchst du wirklich die versteckte Kamera!

Jonas in der Wüste
Jonas hat's gemütlich
und immer Quatsch auf Lager.
Er ist von der Wüste begeistert. Bei der langen Fahrt stellt er jedoch nach einer gewissen Zeit fest, dass es ja „nur“ trockene Erde, Steine und Sand gibt. Zwischendurch entdeckt er kleine Kamelherden in der Ferne. Deshalb spielt er die überwiegende Zeit im Auto oder macht einfach nur Quatsch.
Erst auf den letzten besagten 45 km Piste, nimmt er sein Nackenhörnchen, macht die Augen zu und schnarcht. Trotz der Schlaglochpiste schläft er tief und fest. Wir bekommen ihn fast nicht mehr wach ;-)
Jonas hat richtig viel Spaß im riesen Sandkasten. Bei der kleinen Oase gibt es auch endlich eine Kamelherde die er ganz aus der Nähe beobachten kann. Das aller Beste ist, dass am Morgen die Kamele einfach aus dem Gehe raus gelassen werden und sie allein über die Sanddünen wandern. Jonas findet das cool.
Die Kamele werden am frühen Morgen vom Bauern in die Wüste getrieben.
Am Abend kommen sie von selbst zurück.

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